Korallensterben durch steigende Wassertemperaturen begünstigt
Geschrieben von: mgue
Korallensterben durch steigende Wassertemperaturen begünstigt
Steigende Wassertemperaturen in den Weltmeeren schädigt die schützende Mikrobenschichtauf der Oberfläche von Korallen.
Ähnlich wie auf der Hautoberfläche des Menschen werden auch Korallen durch einen schützenden Biofilm aus Mikroben geschützt. Dieser Biofilm ist eine äußere Immunschranke.
Nun konnten US-Biologen durch eine Computersimulation diese Zusammenhänge darstellen und fanden heraus, dass die Erwärmung der Weltmeere den schützenden Biofilm auf den Korallenoberflächen schädigt und – ist diese erste Immunschranke erst einmal geschwächt – sich pathogene (krankmachende) Mikroben vermehrt ansiedeln können. Wenn sich die pathogenen Stämme erst einmal manifestiert haben, ändert sich die Zusammensetzung des Biofilms auch nicht mehr bei sinkenden Wassertemperaturen, obwohl die Lebensbedingungen für die schützenden Mikroben damit wieder verbessert wird.
"Es gibt eine kritische Grenze, bei der das System plötzlich in einen Krankheitserreger-dominierten Zustand springt", erklärt Jones.
Die Korallen verblassen und sterben schließlich ab.
Ein zweiter, wichtiger Faktor ist die Wasserqualität. Bei guter Wasserqualität sinkt die Gefahr auch bei höheren Wassertemperaturen für die Korallen, dass sich krankheitsauslösende Mikroben auf ihrer Oberfläche ansiedeln.
Die Forscher schließen, dass es daher wichtig sei, neben dem Kampf gegen die Klimaerwärmung auch für eine Verbesserung der Wasserqualität zu sorgen.
Laura Jones (Cornell University, Ithaca) u. a. - veröffentlicht bei PLOS





